
Beim morgendlichen Zeitunglesen bräuchte ich manchmal echt Bluthochdrucktabletten...heute war es wieder soweit: mein Aufreger des Tages hat die Überschrift: "Gottlose Kampagne - Debatte um Busse mit Atheisten-Botschaft entbrannt". Dahinter steckt eine Kampagne von Atheisten aus Großbritannien, die Londoner Linienbusse mit atheistischen Botschaften haben bedrucken lassen, beispielsweise: "There´s probably no God, now stop worrying and enjoy your life". Es soll bereits Nachahmer in diversen Ländern geben, zu den Geldgebern gehört kein Geringerer als der weltweit bekannte Religionskritiker Richard Dawkins ("Der Gotteswahn"). Auslöser für die Aktion war die Kampagne evangelischer Christen, die Aussprüche von Jesus auf Busse hatten drucken lassen. Die Initiatorin, eine Journalistin namens Ariane Sherine, erklärte, sie wollte einen Gegenpol zu christlichen Sprüchen geben, die Nicht-Gläubigen "mit ewiger Verdammnis und der Hölle drohten".
So weit, so schlecht. Um eins klar zu stellen: ich rege mich nicht darüber auf, dass jeder in unserer westlichen Welt seine Meinung öffentlich preisgeben kann. Diese Freiheit halte ich für ein hohes demokratisches Gut und ich spreche es den Atheisten nicht ab, dass sie davon genauso wie Christen oder andere Gebrauch machen können.
Mich ärgert folgendes:
1. Wie kann man so viel Geld dafür ausgeben, eine Kampagne zu machen, mit der man nichtmal eine Alternative zu der Botschaft der Kirche anbietet ? Wenn man sich diesen Spruch ansieht, stellt man fest, dass er keinerlei Inhalt hat. Estens sind sie sich ja nicht mal selber sicher, ob es einen Gott gibt ("probably no God"), scheinen also nicht besonders überzeugt zu sein von ihrer eigenen Aussage. Zweitens bieten sie als Alternative zum Glauben nur die "Genieße das Leben"-Philosophie. Die wenigstens Leute braucht man dazu wohl aufzufordern, da sowieso die meisten nach dieser Maxime leben. Außerdem wird damit unterstellt, dass Christen ihr Leben wahrscheinlich nicht genießen, was nicht stimmt. Ich bin überzeugt, dass ein Leben in enger Beziehung zu dem Schöpfer, der mich gemacht hat und kennt, das Erfüllteste ist, was es geben kann. Jesus hat sogar gesagt: Ich bin gekommen um ihnen das Leben zu geben, das Leben im ÜBERFLUSS. Was haben die Atheisten für eine Alternative anzubieten?
2. Die Atheisten können scheinbar nicht einmal richtig lesen. Wie oben in der Einleitung bereits erwähnt, soll dies eine Gegenkampagne sein, weil sich die Initiatorin darüber aufgeregt hat, dass die Christen mit "ewiger Verdammnis und der Hölle drohen." In meiner Tageszeitung war einer dieser "Verdammnis-Busse" abgedruckt. Darauf steht: "Jesus said: I AM the resurrection and the life, whoever believes in Me will live". Wer Lesen kann ist klar im Vorteil. Jesus bietet demnach nur Gutes an: Auferstehung und Leben. Niemand würde doch einer Autowerkstatt unterstellen, sie drohe mit kaputten Autos, wenn sie eine gute Reparatur anbietet, oder? Warum verdrehen die Menschen dann Gott ständig die Worte im Mund?
3. Um nochmal auf diese "Genieße-dein-Leben"-Philosophie zurück zu kommen. Ich frage mich, was die Initiatoren dieser Gegenkampagne eigentlich für eine Motivation haben. Ist es das chronische "Gegen alles Religiöse sein"? Oder haben sie sich von den Bibelstellen provoziert gefühlt (was zumindest verständlich wäre, da Jesus auch zu seiner Zeit häufig Leute vor den Kopf gestoßen hat)? Oder ist es die Absicht, den Menschen ihren Halt und ihre Hoffnung zu nehmen, die sie im Glauben finden könnten? Man stelle sich einmal vor, ein kranker, armer oder verzweifelter Mensch bekommt die Botschaft serviert, er solle sein Leben genießen. Das muss sich für ihn doch wie Spott und Hohn anhören und wird ihm kein Stück weiter helfen. Jesus hat da doch bedeutend mehr anzubieten: "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch Ruhe geben".
Ich für meinen Teil, bin froh an einen Gott zu glauben, der mir Freiheit, Vergebung, Liebe, Frieden, Freude, Sinn und Hoffnung, sowie eine Antwort auf die Fragen "Wo komme ich her", "Warum bin ich hier" und "Wohin gehe ich" gegeben hat. Ein besseres Leben mit mehr Genuss kann es für mich nicht geben. Danke, liebe Atheisten, dass ihr mich daran erinnert habt. Da hatte die Kampagne ja vielleicht doch noch was Gutes.